Gartenstadt: Mangold

Mangold ist eine der ältesten Kulturpflanzen. Er wurde durch Spinat verdrängt und geriet dadurch etwas in Vergessenheit. In den letzten Jahren ist er wieder vermehrt in den heimischen Gärten zu finden.

Mangold, botanisch Beta vulgaris, mag ich aufgrund seiner bunten Erscheinung und wegen seines hohen Vitamingehalts. Schon während des ganzen Sommers kann man immer wieder seine äußeren Blätter abtrennen und verwenden. Wenn man darauf achtet, dass das Herz erhalten bleibt, wächst die Pflanze immer wieder nach. Beginnt der Mangold zu blühen, wird er allerdings ungenießbar. Ich lasse nur wenige Blüten zur Saatgutgewinnung stehen und breche die anderen aus, um den Ertrag zu verlängern.

Beta vulgari, auch Krautstiel genannt, ist mit der Roten Bete und der Zuckerrübe verwandt. Es gibt ihn als Blattmangold für die spinatartige Zubereitung und als Stielmangold für die spargelartige Variante. Der optimale Standort für den eigenen Anbau ist ein nährstoffreicher, tief gelockerter Boden, jedoch mit ausreichender Sonneneinstrahlung. Auch ein halbschattiger Platz ist möglich, wie ein Versuch in unserem Nachbarschaftsgarten im Antonsviertel gezeigt hat. Dort hat ihn die Hausgemeinschaft auf mehreren Hochbeeten herangezogen. Sein Ertrag war sehr gut und die Pflanzen sind robust und wenig krankheitsanfällig. Selbst die gefräßigen Schnecken konnten ihnen nichts anhaben. Insofern ist der Mangold ein ideales Gemüse für Anfänger*innen. Er lässt sich als frisch-würziger Salat, gedünstet oder gebraten als Beigemüse oder als Gratin zubereiten. Gerne verwende ich den Krautstiel auch als Zutat in einer spanischen Tortilla.

Bis in den Spätherbst hinein hält das Ernteglück an. In wintermilden Regionen kann man Mangold im Freien belassen. Gelbe Sorten sind am empfindlichsten, rote mäßig winterhart und die weißstieligen Mangoldsorten weisen die größte Frosttoleranz auf. Da die Fröste für unsere Region nicht kalkulierbar sind, pflanze ich Beta vulgaris zum Saisonende vorsichtshalber aus dem Schrebergartenbeet in mein Gewächshaus um. Der überwinterte Mangold kann so im zeitigen Frühjahr schon wieder geerntet werden. Danach wird die Pflanze allerdings»müde«. Macht ja nichts - die nächsten Jungpflanzen werden ab Mai heranwachsen und ab Juni erntereif sein.