Gartenstadt: Tomatillo

Aufgrund ihres Aussehens wird die Tomatillo häufig als grüne Tomate bezeichnet. Sie ist zwar ebenfalls ein Nachtschattengewächs, hat aber ansonsten mit der Tomate wenig zu tun.

Beim Regionalvermarktungstag im letzten Herbst im Botanischen Garten habe ich die Tomatillo entdeckt. Die Früchte haben einen säuerlich-fruchtigen Geschmack und erinnern von der Konsistenz etwas an Stachelbeere. Sehr lecker! Nur schade, dass man Tomatillo fast nirgends kaufen kann. Da liegt es nahe, sie selber anzubauen.

Gesagt, getan. Im Inneren der Frucht befindet sich eine hohe Zahl an kleinen, runden Samen von etwa zwei Millimeter Durchmesser. Dieses kostbare Gut wanderte also in mein Depot, um im zeitigen Frühjahr in meinem Garten ausgesät zu werden. Schon wenige Wochen später waren die Pflanzen kräftig gewachsen und früh zeigten sich die ersten gelben, sehr hübschen Blüten. Bis zum späten Sommer waren die Tomatillo auf bis zu zwei Meter hoch gewachsen. Da die Pflanzen buschig sind und sich verzweigen, stütze ich sie mithilfe von Stäben. Die Fruchtlast ist enorm. Aus den Blüten haben sich die typischen lampionartigen Früchte gebildet, die uns auch von der Andenbeere aus der Gattung der Physalis bekannt sind. Spätestens jetzt lässt es sich erkennen, wie die Verwandschaftsverhältnisse sind und die Tomatillo mit der Tomate wenig gemein hat.

Seit Ende Juli werde ich mit nun mit einer reichen Ernte belohnt. Die papierartigen Hüllblätter trocknen ein, färben sie sich braun, platzen auf und geben die kugelförmigen grün-gelben Früchte frei. Voll ausgereift lassen sie sich roh verzehren, zum Beispiel in Salaten. In noch etwas grünem Zustand verarbeite ich zu Salsa verde oder Chutneys, zusammen mit Korianderkraut und Peperonis. Auch in Eintöpfen und Gemüsegerichten können sie Verwendung finden und um ein noch intensiveres Aroma zu erhalten, kann man die Tomatillo rösten.

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Tomatillo ist Mittelamerika, aber auch in Indien, Australien, Südafrika und dem Süden der USA wird sie angebaut. In Europa ist die Tomatillo bereits seit der Zeit, als portugiesische und spanische Seefahrer sie von ihren Reisen mitbrachten, bekannt. Wie mein Experiment gezeigt hat, lassen sie sich gut im eigenen Garten auch in unserer Region kultivieren.