Gartenstadt: Wintergarten

Echte Hobbygärtner*innen lassen sich von frostigen Temperaturen nicht abhalten. Beachtliche Ernteergebnisse kann man mit etwas Geschick auch im Winter erzielen, wie die Beispiele von Susanne Thoma zeigen.

Rechtzeitig vor dem ersten Frost wandern Balkon- und Gartenkräuter wie Rosmarin, Lorbeer und Basilikum auf die Küchenfensterbank. Das sind aber nicht die einzigen Pflanzen, die im Winter schöne Zutaten für meinen Kochtopf liefern. Auch Peperoni und Paprika wachsen drinnen munter weiter. Man muss sie nur öfters mit Wasser einsprühen, denn zu trockene Luft mögen sie nicht.

Keinesfalls dürfen in den kargen Wintermonaten Keimsprossen als Energielieferanten fehlen. Eine Handvoll der Minis erfreut das Auge und den Magen. Allgemein zählt Kresse zu den Klassikern unter den Grünsprossen. Auf einem Teller mit gut feucht gehaltenem Küchenpapier wachsen sie in wenigen Tagen heran. Würzige Radieschen- und Rettichsprossen, Mungobohnen, Senfsaaten, Linsen oder Luzerne lassen sich besser in lichtdurchlässigen Gefäßen kultivieren.

Viel Vitamin C liefert im Winter auch Topinambur, die essbaren Sonnenblume. Im späten Herbst habe ich die Knollen ausgegraben. Weil sie offen nicht lange lagerfähig sind, habe ich sie in Kübel gelegt und mit Erde bedeckt. So harren sie auf dem Balkon, bis sie portionsgerecht abgeholt werden.

Der Winter ist auch eine gute Zeit, um Ingwer zu ziehen. Die Pflanzen sind an diffuses Licht gewöhnt, sind sie doch ursprünglich im dichten Dschungel beheimatet. Vor einigen Wochen habe ich gekaufte Knollen aus dem Bioanbau in einem Topf mit Erde gesetzt. Bio muss sein, weil hier nichts bestrahlt wird, um das Austrieben zu verhindern. Der Pflanztopf muss möglichst weit sein, damit die Rhizome gut in die Breite wachsen können. Ungefähr zehn Monate wird es allerdings schon dauern, bis sich die Ernte lohnt.

Im November stelle ich immer ein kleines Foliengewächshaus auf den Balkon. Hinein kamen diesmal Kästen mit leckerem Spinat. Die Sorte »Verdil« eignet sich besonders für den Überwinterungsanbau. Im Oktober gesät, hat er gerade rechtzeitig vor dem Frost ausreichend Wurzeln gebildet, um nicht zu erfrieren. Im Februar wird der aromatische Winterriesenspinat erntereif sein und kann zum Beispiel roh als Spinatsalat gegessen werden. Außerdem beherbergt mein Kaltgewächshaus verschiedene frostunempfindliche Salate. So bin ich in den nächsten Monaten mit frischem Grün versorgt.