Ich kann kochen!

vhs-Kurse sollen helfen, Kinder in Geschmacksfragen zu schulen

Das Essverhalten von Kindern wird stark von den Eltern gesteuert. Doch es gibt noch andere Institutionen außerhalb der Familie, die Einfluss darauf haben. Die wichtigsten sind Kindergärten und Schulen. Erzieher*innen und Lehrer*innen haben theoretisch die Möglichkeit, einen großen Teil zur gesunden Ernährung des Nachwuchses beizutragen. Das wird immer notwendiger. »In den letzten zehn Jahren hat sich die Fettleibigkeit bei Kindern verdoppelt«, so die Ernährungsberaterin und vhs-Dozentin Susanne Schindler. »Gemeinsame Essen in den Familien werden immer seltener und es wird immer wichtiger, dass die Kinder im Kindergarten oder in der Schule mehr über Lebensmittel und Ernährung erfahren.«

Und wie man gesundes Essen spannend vermittelt, das lernt man in dem von der vhs Augsburg angebotenen Seminar der Sarah-Wiener-Stiftung »Ich kann kochen!«. Hier lernen die Teilnehmer*innen aber nicht nur, wie sie Interesse wecken, sondern auch, wie sie  Kindern das Essen schmackhaft machen können. Durch gemeinsames Kochen oder Bauernhofbesuche in der Region wird aufgeklärt und Begeisterung geweckt. Und Kinder kochen gern! »Essen und Kochen sind ein Erlebnis mit allen Sinnen. Kinder sollen die verschiedenen Lebensmittel, aus denen ihr Mittagessen besteht, erfahren, sehen, riechen, schmecken und anfassen können. Transparenz und die Einladung, mitzumachen, sind wichtig. Wenn Kinder wissen, wo ihr Essen herkommt, entsteht eine ganz andere Wertschätzung dafür.« Regionale Produkte sind also nicht nur besonders vitamin- oder nährstoffreich, sondern können auch unser Essverhalten prägen – und das ist ein lebenslanger Prozess.

Aufgeteilt ist das Seminar in einen Theorie- und einen Praxisteil, bei dem die Teilnehmer*innen einige Rezepte selbst ausprobieren können.