Jetzt fängt’s an zu kräutern!

Auch die ersten Wildkräuter treiben nun bereits aus. Bärlauch, Löwenzahn oder Zwiebelpflanzen gehören zu den ersten heimischen Kräutern, die sich bei uns blicken lassen. Aber was sind denn eigentlich unsere heimischen Kräuter und was können sie? Deutschlands Kräuter gehören nicht zu den typischen geschmacksintensiven Kochzutaten zur Verfeinerung eines Gerichtes. Sie zeichnen sich eher durch ihre medizinische Wirkung aus. Die Brennnessel hilft bei Eisenmangel, wird für Entgiftungskuren empfohlen oder ist gut für Leber und Galle. Auch Löwenzahn kann vielfältig eingesetzt werden, bei Diabetes, zur Verbesserung des Fettstoffwechsels oder bei Schwächezuständen. Die ausgekochte Rinde der Salweide wirkt schmerzlindernd, Beinwell findet seinen Einsatz bei Bein- und Fußerkrankungen. Ampfer, Bärlauch, Brunnenkresse – alle enthalten sie heilende Inhaltsstoffe.

Immer beliebter werden auch essbare Blüten, um Gerichte zu dekorieren. Geschmacklich greifen wir jedoch lieber auf mediterrane Kräuter zurück. »Basilikum, Rosmarin und Petersilie gehören zu den Kräutern mit der größten Nachfrage«, so Thomas Haag vom Wörner Gartencenter. »Aber auch traditionelle Kräuter wie Majoran oder Oregano sind immer mehr im Kommen. Dass der Kräutermarkt stetig wächst, haben wir wohl den vielen Kochformaten in den Medien zu verdanken. Auch Regionalität spielt eine immer größere Rolle.«

Tipps für die Überwinterung: Bis auf einjährige Pflanzen, wie beispielsweise den Basilikum, können Kräuter überwintert werden. Dabei gilt es aber einiges zu beachten: Die Pflanzen in der Wohnung hell und kühl
lagern und mäßig wässern. Sie dürfen nur langsam vom Kalten ans Warme gewöhnt werden, das gilt auch nach der Überwin­terung. Die Kräuter nicht direkt in die pralle Sonne stellen. Schutz ist das A und O.

Märzkraut Der Bärlauch ist ein geschätztes Wildgemüse, das mit Schnittlauch, Zwiebel und Knoblauch verwandt ist. Die krautige Pflanze blüht von April bis Mai und ist komplett essbar. In der Küche wird er verwendet als Gewürz für Soßen, Kräuterbutter und Pesto. Aufgrund seiner Heilkräfte ist er aber auch medizinisch einsetzbar. Er eignet sich nicht nur gut zur Entschlackung oder Verbesserung von Hautkrankheiten, sondern hilft auch bei Magen-Darm-Beschwerden, Husten, hohen Blutdruck oder – passend zu Jahreszeit – Frühjahrsmüdigkeit. Aber Vorsicht: Nicht verwechseln mit dem giftigen Maiglöckchen!

Aprilkraut Den Thymian kann man so wechselhaft einsetzen wie das Wetter im April. Aufgrund der vielen aromatischen ätherischen Öle kann er hervorragend als Gewürz verwendet werden, doch auch  für seine heilenden Kräfte wird er sehr geschätzt. Von den Atemwegen bis zu Gelenkent – das Kraut findet in fast allen Bereichen Anwendung. Es hilft bei Verdauungs- und Mentruationsbeschwerden, Mandel- und Blasenentzündung, Asthma, Erkältung und durch seine antibakterielle Wirkung bei offenen Wunden, Hautproblemen und sogar Mundgeruch. Von April bis Oktober kann der Tausendsasser gesammelt werden.