Lammfleisch und Landschaftspflege

Mit der Vermarktung von »Lechtal Lamm« verknüpft der Landschaftspflegeverband wirksamen Naturschutz und den Erhalt alten Handwerks.

Während der Blütezeit der Wanderschäferei im 19. Jahrhundert weideten jedes Jahr über 50.000 Tiere vor den Toren Augsburgs. Die Lechheiden waren eines der wichtigsten Sommerweidegebiete für Schafherden aus ganz Süddeutschland. Dank dieser jahrhundertelangen Nutzung zählen sie heute zu den artenreichsten Lebensräumen in Mitteleuropa. Bis zu 500 Pflanzenarten kommen hier vor – außerdem eine Vielzahl seltener Insekten. Die Beweidung verhindert, dass die letzten Reste der ehemals ausgedehnten Heidelandschaften mit Bäumen und Sträuchern zuwachsen.

Christian Hartl aus Affing-Mühlhausen ist einer der wenigen noch verbliebenen Wanderschäfer in unserer Region. Mit seinen Merino-Landschafen zieht er viermal im Jahr durch Augsburg und beweidet die Schutzgebiete Stadtwald, Firnhaberauheide sowie die Lechauen nördlich von Augsburg. Längst ist nicht mehr die Wolle, sondern das Fleisch die wichtigste Einkommensquelle der Wanderschäfer. »Die Lämmer ernähren sich im Sommer ausschließlich von Gräsern und Kräutern. Nach einem halben Jahr erhalten wir so ein sehr zartes, gesundes und aromatisches Fleisch, das geschmacklich einzigartig und reich an Vitaminen und Mineralstoffen ist«, erklärt Hartl.

Ein wichtiger Baustein, um die wirtschaftliche Situation der Wanderschäfer zu verbessern und das alte Handwerk am Leben zu erhalten, ist die Vermarktung von Lammfleisch. Fleisch vom »Lechtal Lamm« garantiert beste Qualität aus der Region. Als eingetragene Marke des Landschaftspflegeverbands Stadt Augsburg orientiert sich das Produkt an den Belangen der Schäfer, des Naturschutzes und der Verbraucher. Dies spiegelt sich auch in den Produktionsrichtlinien wider. Hierzu gehören unter anderem die konsequente regionale Erzeugung aller Lamm- und Schaffleischprodukte (keine Zukäufe), der Einsatz von gentechnikfreiem Futter aus dem eigenen Betrieb bzw. aus der Region sowie eine artgerechte Tierhaltung (z.B. Aufzucht mit Muttermilch).

Mindestens 75 Prozent der Sommerweiden für das »Lechtal Lamm« sind für den Naturschutz bedeutsame Flächen. »Die Wanderschäfer können heute nur durch den Vertrieb von Fleisch überleben. Wer ›Lechtal Lamm‹ kauft, unterstützt den Erhalt einer Landschaft, in der wir uns sehr wohlfühlen, mit der wie uns identifizieren. Diese Wechselbeziehung möchten wir mit unserer Marke vermitteln«, erklärt Nicolas Liebig, Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbands und einer der Impulsgeber des Projekts. Unterstützung bei der Vermarktung erhält sein Team vom Freisinger Büro Ecozept.

Wo das »Lechtal Lamm« bereits erhältlich ist, lesen Sie hier:

www.lpv-augsburg.de
www.lechtal-lamm.de

Foto: Norbert Liesz