Gartenstadt: Beerenobst

Wer reichlich sonnengereifte saftige Beeren ernten möchte, muss ab und an zur Gartenschere greifen und die Sträucher in Form bringen.

Ich freue mich jetzt schon auf den Hochsommer, wenn meine Johannis- und Stachelbeeren wieder reif sind. Ob Kuchenbelag oder Gelee – es macht Laune, die selbst angebauten Früchte zu verarbeiten und zu essen. Für eine kontinuierlich gute Ernte ist es wichtig, dass die Beerenbüsche nicht sich selbst überlassen bleiben. Es gilt, sie nicht vergreisen zu lassen, denn sonst bilden sie immer weniger tragende Neutriebe. Das ist spätestens nach dem vierten Jahr der Fall. Fruchtholzrotation nennen es Fachleute, wenn immer ein ausgewogener Anteil an ein-, zwei-, dreijährigen Trieben vorhanden ist. Typischerweise verzweigen sie sich Beeren unmittelbar am Wurzelstock. Wichtig ist deshalb, dass die Ruten kurz über dem Boden abgeschnitten werden. Keinesfalls darf man die einjährigen Triebe einkürzen, wie es mein Gartennachbar immer macht. Seine Maßnahmen dienen wohl eher der Schönheit als dem Ertrag.

Eine gute Zeit, um Beeren zu schneiden, ist unmittelbar nach der Ernte im Sommer. Wer wie ich den Zeitpunkt verpasst hat, weil im Garten einfach zu viel los war, kann getrost noch bis kurz vor dem Vegetationsbeginn im Frühjahr Hand an legen. Ich habe mich also ans Werk gemacht und meine roten und schwarzen Johannisbeeren ordentlich gestutzt. Die abgeschnittenen Ruten wollte ich nicht einfach dem Häcksler überlassen. Deshalb habe ich einige Triebspitzen in ein Gefäß mit Wasser auf die Fensterbank gestellt. Ich war gespannt, ob sie Wurzeln treiben. Und tatsächlich, fast jeder Steckling ist angegangen. Nicht nur Wurzeln sondern auch Blätter waren nach kurzer Zeit in der warmen Umgebung hervorgekommen. Kurz darauf kamen auch die ersten Blüten zum Vorschein und dadurch, dass die Beeren sich selbst bestäuben, sind mittlerweile sogar Früchte am Heranwachsen. Leider ließ der Befall mit Blattläusen auch nicht lange auf sich warten. So hatte ich reichlich zu tun, meine Nachzuchten durch Wasserbäder von den Lästlingen zu befreien. Was für ein Aufwand!

Aber es hat sich gelohnt. Jetzt habe ich reichlich Material, um meine diversen Gartenprojekte, wie zum Beispiel den Gemeinschaftsgarten im Jugendzentrum Villa zu versorgen. Was dort nicht gebraucht wird, geht mit zum Pflanzenflohmarkt am Mehrgenerationentreff im Hochfeld, der am 10. Mai ab 15.30 Uhr statt findet.