Nachhaltigkeit und Wir-Gefühl

Egal ob Bienenweiden, insektenfreundliche Verkehrsinseln oder das Thema Lichtverschmutzung – der Gartenbauverein Anhausen hat sich viel vorgenommen.

Wilde Blumen und Kräuter erfreuen und nähren nicht nur den Menschen, sondern sind ein kostbares Gut für Bienen und Insekten und somit wesentlich für den Ursprung der Nahrungskette. In Anhausen, das am östlichen Rande des Naturparks »Westliche Wälder« nahe Augsburg liegt, wurde bereits 1904 der Gartenbauverein Anhausen gegründet. Ein gemeinnütziger Verein, der sich der Förderung der Landespflege, des Umweltschutzes und der menschlichen Gesundheit zur Aufgabe gemacht hat. Im März fanden Neuwahlen des Vorstandes statt. Peter Krieg, ein engagiertes Mitglied des Vereins, wurde zum neuen Vorsitzenden gewählt. Auf die Frage, warum er sich zur Wahl gestellt habe, meinte Peter Krieg er sei zwar kein Gartler, »aber hätte ich mich nicht zur Wahl gestellt, wäre dies das Ende des Gartenbauvereins Anhausen gewesen« und man hätte ihn auflösen müssen. Stichwort Nachwuchsprobleme. Stellt sich die Frage, ob ein Gartenbauverein in Zeiten von Smartphone, Notebook und Computerspielen überhaupt noch zeitgemäß ist. »Auf jeden Fall und vermutlich sogar immer mehr«, meint der neue Vorsitzende. Denn es ginge nicht nur um Landschaftspflege, sondern vor allem um die Stärkung und Erhaltung der Dorfgemeinschaft. Das sei ohnehin das Thema, das alle Vereine verbinde. Besonders populär seien dabei natürlich die Sportvereine. »Der Gartenbauverein nimmt all jene mit, die nicht im Sportverein sind und trotzdem aktiv an der Dorfgemeinschaft teilhaben möchten«, betont Krieg.

Seine Schwerpunkte für die kommenden Jahre beschreibt er kurz und bündig. »Nachhaltigkeit und das Wir-Gefühl beleben.« Ob Bienenweiden, insektenfreundliche Verkehrsinseln oder das Thema Lichtverschmutzung – viele Betätigungsfelder tauchen auf. Es stellt sich heraus, dass die Anhauser sich gerne mit ihren Ideen einbringen.

»Für mich steht die Teamarbeit im Vordergrund«, bringt Krieg deutlich zum Ausdruck. Jeder einzelne im Vorstand solle Verantwortung übernehmen und aktiv mitgestalten. »Die Ideen und Anregungen der Bürger sind unsere Motivation und werden lebhaft und in guter Zusammenarbeit mit der Gemeinde diskutiert und verwirklicht«. Um hier ein paar Aktionen zu nennen, erwähnt er die zwei Ulmen, die nach Absprache mit dem Gartenbauverein, links und rechts des frisch restaurierten Feldkreuzes, von der Gemeinde Diedorf gepflanzt wurden. Oder die Neugestaltung der Verkehrsinseln zu insekten- und besonders bienenfreundlichen Oasen mitten im Ort.

»Die enge Kooperation mit der Gemeinde ist schon deshalb unerlässlich, weil es um Gemeindeflächen geht und auch wenn in manchen Belangen mal nicht alle einer Meinung sind, wird die Entscheidung eher angenommen, wenn die Gemeinde mit im Boot sitzt«, meint Krieg. Denn natürlich gebe es die unterschiedlichsten Vorstellungen bezüglich des Garten- und Landschaftsbaus. »Nicht jeder findet es toll, wenn Wiesen erst gemäht werden, wenn sich die Pflanzen bereits ausgesät haben, schon gar nicht, wenn sie inmitten der Gärten liegen. Da kann es mit der Bienenfreundlichkeit dann schnell mal vorbei sein«, gibt er zu bedenken.

In Anhausen hat der Gartenbauverein ca. 250 Mitglieder. Ein weiterer wichtiger Punkt für Peter Krieg. Denn im Gegensatz zu den Sportvereinen, in die ganze Familien schon früh eintreten, findet der Zugang zum Gartenbauverein erfahrungsgemäß erst viel später statt. Hier beginnt der Zugang ab 30. Oder man bemüht sich gleich um jene, die neu ins Dorf gezogen sind. (Gudrun Glock)

Foto: GBV Anhausen