Schnell aufgegabelt: Bodhi

Seit September begrüßt das »Bodhi« seine Gäste im ehemaligen »Lauterbacher Stüberl« zwischen Mozarthaus und Fischertor.

Bayerns erstes veganes Wirtshaus steht in München: Unweit der Theresienwiese bietet das »Bodhi« seit rund fünf Jahren deftig-rustikale Klassiker und Burger in einhundert Prozent tierfreier Variante. Der Gastronom Klaus Kuttner traf damit den Geschmack der Veganer und Vegetarier ebenso wie den der experimentierfreudigen Fleischesser. Was in der selbsternannten »Weltstadt mit Herz« funktioniert, könnte auch andernorts ein Erfolg werden. Also blickte Kuttner über den Tellerrand. Fündig wurde er in Augsburg: Seit September 2018 begrüßt das »Bodhi« Nummer zwei seine Gäste im ehemaligen »Lauterbacher Stüberl« zwischen Mozarthaus und Fischertor.

Die urige Einrichtung des Vorgängerbetriebs wurde größtenteils beibehalten. Dezent um einige moderne Akzente erweitert, findet man sich in einer Art bayerischen Gemütlichkeit 2.0 wieder. Die Speisekarte, deren äußere Gestaltung mit edlem Holzeinband die volle Punktzahl verdient, präsentiert dem Gast rund 15 Hauptgerichte sowie einige Vorspeisen und Desserts. Bei den Getränken springt die gute Auswahl veganer Weine, hausgemachter Limonaden und Eistees sowie die mit Bedacht zusammengestellte Spirituosenauswahl ins Auge. Das Bier kommt von der Brauerei Riegele, als Weißbier wird Lauterbacher ausgeschenkt. Diese Brauspezialität, früher in Buttenwiesen beheimatet, wird seit einigen Jahren von Riegele mit produziert.

Bei unserem Besuch im »Bodhi« entscheiden wir uns für Chili-»Cheeeze«-Nuggets, Zwiebelringe und Buffalo-Wings zur Vorspeise. Im Hauptgang kommen das Steak-Pfanderl, Tempeh-Rouladen und der Beyond-Burger auf den Tisch. Die drei Appetizer, serviert mit Sweet-Chili- oder BBQ-Dip, können fast durchweg überzeugen: Die cremig-scharfen Nuggets und die fein-knusprigen, mit Panade ummantelten Blumenkohl-Wings sind ausgezeichnet. Die Zwiebelringe fallen etwas ab – zu sehr dominiert der Backteig gegenüber der Füllung.

Das Highlight, und so soll es ja auch sein, sind die Hauptgerichte: Das Pfanderl, stilecht auf Gusseisen angerichtet, besteht aus drei knusprig panierten Sojasteaks, einem Kartoffelknödel und Apfelblaukraut auf Dunkelbiersoße. Das bayerische Vorbild wird hier wunderbar vegan umgesetzt. Die Rouladen, gefüllt mit Räuchertofu, Zwiebeln und Essiggurken, werden von Rosenkohl begleitet. Dazu gibt es ebenfalls einen Kartoffelknödel und Dunkelbiersoße. Im »Bodhi« werden  die Beilagen ernst genommen: Das Blaukraut ist aromatisch, der Rosenkohl auf den Punkt gegart. Zuletzt nach Amerika: Das Patty des Beyond-Burgers ist aus einem Fleischersatzprodukt auf der Basis von Erbsenproteinen. Dazu gesellen sich Tomate, Essiggurke, Zwiebeln und Blattsalat unter einem Weizenbrötchen, das wahlweise auch glutenfrei erhältlich ist. Das »Beyond Meat«, in den USA ein echter Hype, könnte auch für Fleischfans interessant sein: Geschmack und Textur lassen an einen klassischen Rindfleisch-Burger denken.

Aktuell ist das »Bodhi« täglich außer montags ab 17 Uhr geöffnet. Warme Küche wird bis 22 Uhr angeboten. Im Rahmen eines Abendbuffets heißt es immer mittwochs: »All you can eat«. Eine Reservierung ist auch während eines normalen Abends im veganen Wirtshaus zu empfehlen.

Bodhi, Pfärrle 2, 86152 Augsburg
www.bodhivegan.de