Schnell aufgegabelt: Die Tafeldecker

Unser erster Beitrag über die Tafeldecker in der Fuggerei ist nun bald zwei Jahre alt und endete mit einer Empfehlung für die Küche und einigen Fragen bezüglich des Restaurant- und Raumkonzepts.

Seitdem hat sich das Team um Torsten Ludwig einen festen Platz im Gastrokanon der Region erarbeitet und zeichnet sich nicht zuletzt durch hohe Qualität und ein gewisses Maß an Innovationsfreude aus, ohne dabei allzu verspielt zu wirken. Der Anlass für diesen Beitrag fußt auf dieser Fähigkeit, neue Wege zu beschreiten. Es geht dabei um Musik. Wie zumindest den Klassikfreunden unter den Leser*innen bekannt sein dürfte, jährt sich heuer zum 300. Mal der Geburtstag von Leopold Mozart und das Mozartbüro der Stadt hat das Jubiläum zum Anlass genommen, ein umfangreiches Festprogramm zu Ehren dieses hier geborenen Künstlers zu organisieren. Ein vom Umfang her bescheidener, in seiner Wirkung jedoch bemerkenswerter Teil des Programms war das Mozartmenü Ende Januar bei den Tafeldeckern. Das Konzept ist rasch umschrieben: Es gab an diesem Abend schöne Musik von Leopolds Sohn Wolfgang, dargebracht vom Leopold Mozart Quartett der Augsburger Philharmoniker, aufgelockert von einem recht ansprechenden Dreigängemenü.

Während sich die musikalischen Programmteile hauptsächlich in der Fuggereikapelle, den Tafeldeckern gleich gegenüber, abspielten, wurde das Menü im Restaurant serviert. Den Anfang machte ein sogenannter Mozartteller mit Lachs, Kaspressknödel und einem bemerkenswerten Rehschaumsüppchen. Beim Hauptgang stand Allgäuer Rind à la Strindberg mit Zitrone, Rotwein und Whiskey einem Duett vom Steinbutt und Seeteufel gegenüber, alles recht fein inszeniert. Eine Zitronengrasmousse à la Chocolat und Mango bildete den gelungenen Abschluss dieses Dreiklangs. Im Großen und Ganzen überzeugt mich die eher traditionelle Darreichung der Gänge wie zu diesem Anlass mehr als die Fokussierung auf Probierportionen, wie es sonst bei den Tafeldeckern üblich ist. Bei der Weinbegleitung gab es auch an diesem Abend nichts auszusetzen.

Für erstaunlich günstige 39 Euro wurde diese Veranstaltung angeboten. Die geschlossene Gesellschaft besetzte Kapelle und Restaurant bis auf den letzten Platz, zahlreiche am Mozartdinner Interessierte gingen bei der Ticketvergabe leer aus. Dem Mozartbüro ist es mit diesem Abend gelungen, ein in weiten Teilen neues Publikum für die Klassik zu gewinnen. Nebenbei erschloss es mit der Fuggereikapelle einen Aufführungsort, der Charme besitzt, vor allem jedoch durch seine gute, trockene Akustik zu überzeugen weiß. Die Fortsetzung des Konzepts ist im Herbst geplant.

Die Tafeldecker in der Fuggerei
Jakoberstraße 26, 86152 Augsburg

www.dietafeldecker.de