Die schwarze Mazafati-Dattel

Vom Rande der iranischen Wüste nach Eurasburg – die Dattelliebe des kleinen Familienunternehmens NaraFood

Es fängt schon beim Kern an. Trotz meiner langjährigen Suche in Bio-Supermärkten, Feinkostläden oder beim Edeka um die Ecke – die einzigen Datteln, die ich hier bekommen konnte, sind kernlos, trocken und schlimmstenfalls gesüßt. Zwar muss man keinen störenden Kern ausspucken und die Datteln können Ewigkeiten im Regal ausharren, jedoch versagt die Supermarktdattel absolut in puncto Geschmack. Vielleicht liegt hierin auch der versteckte Grund, warum sich die Dattel in Deutschland nicht derselben Beliebtheit erfreut, wie sie es zumeist in orientalischen Ländern tut. Wir kommen hierzulande einfach gar nicht in den Genuss richtig feiner Datteln!

Dies zu ändern und die Leidenschaft für feine Datteln zu teilen, ist der Beitrag von Georg Huber und seinem jungen Familienunternehmen NaraFood. Zwölf verschiedene Dattelsorten gibt es hier zur Auswahl, deren Anblick wahrscheinlich das Herz jedes Trockenfrüchte-Liebhabers höherschlagen lässt. Besonders interessant ist die schwarze Mazafati-Dattel vom Rande der iranischen Dasht-e-Lut-Wüste. Diese Dattel stammt von einer Plantage, die seit mehreren Generationen von der Sufifamilie auf einer Höhe von 1.100 Metern betrieben wird. Die niedrigere Sauerstoffzufuhr in dieser hohen Lage sorgt wie auch bei Kaffeebohnen für ein ganz eigenes Aroma der Datteln. Zusätzlich wirkt sich das Wüstenklima mit kalten Nächten und heißen Tagen auf die Konsistenz der Datteln aus und lässt das Fruchtfleisch hauchzart und cremig werden. Den Geschmack könnte man als karamell-nussig beschreiben, mit einer angenehmen Süße, die Suchtpotenzial besitzt. Im Unterschied zu getrockneten Datteln besitzt die frische, unbehandelte Mazafati-Dattel einen deutlich höheren Fruchtsaftanteil.

Zusätzlich zum biologischen Anbau wird auf dieser Dattelplantage Landwirtschaft nach den Prinzipien der Permakultur betrieben, wodurch sie sich wesentlich von der konventionellen Art des Dattelanbaus unterscheidet. In der unteren Ebene hat man Luzerne gepflanzt, die dabei helfen, das Wasser im Boden besser zu speichern. Auf mittlerer Höhe befinden sich Zitrusfrüchte gegen Schädlinge und von oben schützen die Dattelpalmblätter vor Frost. Weil die Palme besonders in den Sommermonaten viel Wasser benötigt, ist eine gute Wasserversorgung in der sonst trockenen Region essenziell. Deshalb läuft durch die Sufifarm ein ausgeklügeltes Kanalsystem, bei dem einzelne Parzellen gezielt mit Wasser geflutet werden können.

Um stets mehr über die Datteln, die Kultur und die Menschen auf den Plantagen zu erfahren, bemüht sich das kleine Team von NaraFood, mit jährlichen Besuchen auch eine persönliche Beziehung zu den einzelnen Farmen aufzubauen. Obwohl auch ein faires Einkommen gewährleistet werden soll, liegt die Mazafati-Dattel preislich auf dem Niveau von Datteln aus dem Bio-Supermarkt. Wer aber Lust auf noch speziellere Sorten hat, findet natürlich zusätzlich noch exklusivere und hochpreisigere Datteln im NaraFood-Sortiment.

Tipp: Die Mazafati-Dattel macht sich wunderbar als Amarettini-Ersatz zu einem Cappuccino, in einem pürierten Fruchtgetränk oder als Müsliverzierung.

Weitere Infos und Onlineshop unter:
www.narafood.de